Schulstelle Reutlingen

Klinikum am Steinenberg
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Steinenbergstr. 31
72764 Reutlingen

Schulzimmer in der Villa Röhm auf dem Klinikgelände
Frau Nuber / Frau Teßmann
Tel.: 07121 / 200 4066
Fax: 07121 / 200 4481
schulstelle-rt@klinikschule-tuebingen.de

 

1. Die Schulstelle

  • In der Schulstelle der Psychosomatik in der Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Reutlingen werden alle Schüler unterrichtet, die für die Dauer einer Therapie stationär im Klinikum Reutlingen untergebracht sind. Der Zeitraum kann je nach Krankheitsbild stark variieren, von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten. Die Klinikschule überbrückt diese Zeit mit einem individuell angepassten und auf die Herkunftsschule abgestimmten Unterrichtsangebot. Die Unterrichtsräume befinden sich in der kliniknahen „Villa Röhm“ auf der Rückseite des Klinikums.

  • Da das Klinikum Reutlingen in der Kinder- und Jugendmedizin einen Schwerpunkt im Bereich Diabetes hat, werden auch diese Patienten in den Unterricht der Klinikschule integriert, wenn sie für die Dauer von mindestens 2 Wochen stationär aufgenommen werden müssen. Eine Kollegin hat sich auf dieses Krankheitsbild spezialisiert. Sie berät zudem betroffene Schulen, Lehrer und Klassen vor Ort.

 

2. Die Schülerinnen und Schüler

  • Unsere Schüler zeigen übliche Krankheitsbilder der Psychosomatik wie beispielsweise Somatisierungstörungen (häufig Bauch- oder Kopfschmerzen), Depressionen, Belastungssymptome, Probleme im sozialen und emotionalen Verhalten, Schulverweigerung, Anorexie, Enkopresis/Enuresis.    
  • Kinder- und Jugendliche mit Diabetes mellitus TypI bei Manifestation der Erkrankung oder bei stationären Aufenthalten zur Neueinstellung, Therapieänderung oder bei Komplikationen im Verlauf der Erkrankung.
  • Die Schüler kommen aus allen Schularten (Grundschule, Gemeinschaftsschule, Realschule, Gymnasium, berufliche Schulen und Gymnasien) und Schulstufen (Klassen 1-13). In der Regel werden 5-7 Schüler von zwei Lehrerinnen unterrichtet. 

 

3. Der Unterricht

  • Der Unterricht findet vorwiegend vormittags statt. Es können bis zu 5 Unterrichtsstunden am Tag angeboten werden. Im Fokus stehen insbesondere die Hauptfächer.
  • Der Unterricht findet oft in der Einzelsituation statt, Zweierkonstellationen oder Kleingruppenunterricht sind ebenfalls üblich. Dies ermöglicht eine sehr individuelle schulische Betreuung.
  • Der Unterricht orientiert sich an den Bildungsstandards und Inhalten der Herkunftsschulen und wird mit den dortigen Fachlehrern abgestimmt. Ziel ist, dass die Schüler nach ihrer Rückkehr aus der Therapie in ihrer Heimatschule nahtlos anknüpfen können.
  • Durch die sehr persönliche Unterrichtssituation kann auf die unterschiedlichen Belange und Bedürfnisse der kranken Schüler gut eingegangen werden.
  • Klassenarbeiten aus den Herkunftsschulen können in der Klinikschule unter realen Umständen durchgeführt werden. Die Korrekturen obliegen den Herkunftsschulen, so dass dort vergleichbare Noten erstellt werden können.
  • Der Unterricht in der Klinikschule ist einerseits Teil der Therapie, weil er den Schülern Normalität und Routine abverlangt, was ihnen durch ihre Krankheit oft nicht mehr möglich war.  Andererseits bringt Schule ein Stück Alltag in den Therapieablauf. Der kleine „Schulweg“ von der Klinik zur Schule in der Villa „Röhm“ unterstützt dies. Die Schüler werden von den Kliniklehrerinnen nach Bedarf begleitet                

 

4. Beratung

Neben der Zusammenarbeit mit den Herkunftsschulen hat auch die Beratung der Schulen und Eltern einen hohen Stellenwert

  • Die Klinikschule nimmt mit Aufnahme des Kindes oder Jugendlichen in die Klinik zeitnah Kontakt mit der Herkunftsschule auf. Der Austausch von schulrelevanten Informationen (Zeugnisse, Materialien, Stoffpläne, Infos des Klassenlehrers) sowie die Anbahnung eines eventuell wichtigen Kontakthaltens mit Mitschülern und Schule sind entscheidend für die zu treffenden förderdiagnostischen Ziele und die „Brückenfunktion“ der Klinikschule.
  • Die Herkunftsschule erhält zum Schulhalbjahr, zum Schuljahresende und bei Entlassung des Schülers einen Schulbericht der Klinikschule.
  • Wichtig ist: Der Schüler bleibt weiterhin in allen Belangen im Verantwortungsbereich der Herkunftsschule, die Klinikschule unterstützt diese.
  • Im Rahmen des Therapieaufenthaltes findet  mit den Eltern und dem therapeutischen Team ein Schulgespräch statt, bei dem über schulische Inhalte berichtet wird und schulische Perspektiven besprochen werden. 
  • Wenn aus verschiedenen Gründen ein Schulwechsel in Betracht gezogen und dieser auch von Seiten der Klinikschule als sinnvoll betrachtet wird, hilft die Klinikschule bei der Vermittlung.

 

5. Zusammenarbeit mit der Klinik

Die Kolleginnenen der Klinikschule arbeiten eng mit den übrigen Mitarbeitern der Klinik zusammen. In Stationsbesprechungen, Supervisionen, Eltern- und Hilfeplangesprächen, und möglichen Maßnahmen und Regelungen werden das Verstehen des Patienten und die Entwicklung des Kindes gefördert. Als Fachteam zu den Fragen des Lernens und der Schullaufbahn unterstützen die Kolleginnen die Arbeit der Therapeuten wesentlich.

 

6. Heimatschulbesuche

Bevor die Schüler aus der Klinik entlassen werden, findet in der Regel ein mehrwöchiger Unterrichtsversuch statt, bei dem die Kinder- und Jugendlichen aus der Klinik heraus ihre Herkunftsschule besuchen.

Wenn die Herkunftsschule zu weit entfernt ist, wird von der Klinikschule eine Gastschule in Reutlingen gesucht, die für die Zeit des Schulversuchs als Lernort zur Verfügung steht. Der Schulversuch wird sorgfältig geplant und auf die Gegebenheiten der Schulen abgestimmt. Um die Schüler langsam wieder an den „normalen“ Schulalltag zu gewöhnen, wird der Unterricht in der Regel zunächst reduziert organisiert und sukzessive gesteigert. Die Schüler werden an ihrem ersten Tag des Schulversuches  immer von einer Kliniklehrerin begleitet und an die

Klasse übergeben, unabhängig ob es um einen Schulversuch in der Herkunftsklasse oder einer Gastklasse geht. Durch den Austausch der Klinikschule mit der Herkunfts- bzw. Gastschule kann der Schulbesuch therapeutisch beg

leitet und beobachtet werden. Diese betreute Rückkehr ermöglicht eine schonende Reintegration in den Alltag.

 

 

 

Das Kollegium

 

Annegret Teßmann
Grund- und Hauptschullehrerin

Kontakt
annegret.tessmann@klinikschule-tuebingen.de

 

Regine Nuber
Sonderschullehrerin

Kontakt
regine.nuber@klinikschule-tuebingen.de