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Wie sieht die Spur des Wildschweins aus?

22.10.2025

Wie sieht die Spur eines Wildschweins aus, wie klingt der Gesang des Spechts und wie hängt die Birke mit dem Kaugummi zusammen?

Der Unterricht in unserer Klinikschule ist manchmal ganz anders als zuhause und widmet sich in Projekten auch Themen, die fächerübergreifend über das eigentliche Curriculum herausgehen.

In den „Naturpädagogikstunden“ lernen unsere Schülerinnen und Schüler aus der Tagesklinik Jugend auf verschiedenen Wegen Inhalte aus dem biologischen und geographischen Nahraum.

Wir machen uns auf Spurensuche, lernen den Wald als Lebensraum kennen und stellen fest, dass ein Baum so viel mehr ist als „bloß“ lebendiges Holz.

Je nach Befinden holen wir den Wald entweder zu uns in die alte Villa, machen Spuren selbst oder gehen raus in den nahen Markwasen. Dort begegnen wir dann nicht nur den Hinterlassenschaften der Wildtiere – was allerdings auch auf dem Weg in die Schulräume passieren kann, wenn der Fuchs seine Losung mal wieder auf den Stufen platziert, sondern nähern uns dem Damwild im Gatter und üben das leise Pirschen, das ruhige Atmen und das bewusste Hören.

Der Herbst in unseren Breiten ist die Jahreszeit, in der sich das Wild noch einmal ordentlich auf die Läufe macht, und so lernen die Kids ganz nebenbei sogar auch noch ein wenig Fachsprache beim Begutachten der Fährten von Fuchs, Dachs und Reh im Wald.

Auf dem Weg dorthin wird dann ganz nebenbei das Busfahren trainiert, Themen wie der Lebenskreis streifen unser Erleben genauso selbstverständlich wie die Feststellung, wie zersiedelt manche Regionen sind und wie selten zusammenhängendes Grün und Wälder geworden sind. Denn wer weiß, wo er oder sie ist, findet sich selbst leichter wieder. Und wer weiß, wie viel man selbst tun kann um Wald und Tiere zu schützen, fühlt sich selbst wirksamer und kann Ressourcen entdecken, die vorher unbekannt waren.

Afra Korfmann – Lehrerin und Naturpädagogin LJV BW

Wir danken dem Landesjagdverband Baden-Württemberg für den Verleih der „Waldwand“

Ein Schüler und eine Schülerin vor Poster mit Tieren des Waldes
Poster über Lebensraum Wald
Schüler vor Poster mit Tieren des Waldes

Die Stadtbücherei

Für den nächsten angekündigten Baulärmtag besuchten wir die Stadtbücherei, die wir morgens vor der Öffnungszeit ganz für uns allein hatten. Die Mitarbeiterin Frau Kreiser-Hild gab uns zunächst einen Überblick über das digitale Angebot, dann ging es durch die verschiedenen Abteilungen, bis wir in der neu eingerichteten Jugendbibliothek im wahrsten Sinne des Wortes hängen blieben. Die Jugendbibliothek ist von und mit Jugendlichen konzipiert und eingerichtet worden, alles nachhaltig aus recycelten Gegenständen. Nun durften alle in der noch leeren Stadtbücherei rumstöbern, manche liehen sich Bücher auf den Klinikschulaccount aus, eine Schülerin setzte sich ans Klavier und spielte nur hörbar über Kopfhörer und wieder andere suchten in der Kinderabteilung nach Büchern ihrer Kindheit und lasen sich daraus gegenseitig vor.

Als letzten Programmpunkt hatte die Stadtbücherei ein Book-Casting vorbereitet, wobei die Bücher aus verschiedenen Genres in Umschlägen versteckt waren und die Gruppe über „Blind-Auditions“ in mehreren Runden ihr Lieblingsbuch kürte. Das hat Lust auf Lesen gemacht und so blieben wir noch ein wenig, als die Bücherei schon für den Publikumsverkehr öffnete. Zwei von uns mussten nun leider mit dem Auto abgeholt werden, aber der Rest schlenderte langsam über den Weihnachtsmarkt zur KJP zurück.

KI-Makerspace

Ein besonderes Highlight unserer Baulärmtage war mit Sicherheit Ende Januar der KI-Makerspace im ehemaligen Casino am Neckar. Auch hier war man uns gegenüber so wohlwollend, dass wir eine gesonderte Führung außerhalb der Öffnungszeiten bekamen. Zunächst gab es einen Rundgang durch alle Werkstätten mit entsprechenden Erklärungen, was man dort wie machen oder herstellen kann. Danach durften sich alle nach Gusto auf die Werkstätten verteilen. Schnell kristallisierten sich die Favoriten heraus: Die Jungs stürmten das Musikzimmer, wo man am DJ-Pult viele Instrumente ausprobieren, mit KI- Musik produzieren und eigene Songs aufnehmen und abmischen konnte. So entstanden neue Songs mit wunderbaren Gesangseinlagen. In der Laserwerkstatt gab es mit Mr. Beam einen Lasercutter, mit dem man Motive auf Sperrholz eingravieren durfte. Da wurde gleich die Lieblingsband für die Klinik-Zimmerwand verewigt und Frau Volck gönnte sich einen neuen Schüsselanhänger. 

Auch aus der Programmierwerkstatt durfte man Produkte mit nach Hause nehmen. Hier konnte man zunächst Graphiken digital bearbeiten und mit einem Schneideplotter ausschneiden, um sie dann auf T-Shirts oder Taschen zu drucken. Man konnte mit den erstellten Motiven aber auch Sticker herstellen, was großen Anklang fand. Es gab noch einiges anderes, wie Filme erstellen (mit Clip- Art) oder einen Miniroboter programmieren. Aufgrund der vielen Möglichkeiten hoffen wir, zum nächsten Baulärmtag wiederkommen zu dürfen.

Apropos Baulärm: Was hat man denn nun eigentlich parallel auf der KJP-Baustelle an Lärm gehört? Funfakt: Genau gar nichts-an allen drei Tagen!!! Wir waren trotzdem gerne der Schule entflohen.