Die KJP wird erweitert und bekommt einen Anbau. Was zunächst erfreulich ist, bedeutet im (Klinikschul-) Alltag für die kommenden zwei Jahre Baulärm, Einschränkung und Provisorium. Von der Bauleitung wurden im Winter einige Tage ausgewiesen, an denen erschütternde Bohrarbeiten an den Grundmauern geplant sind, sodass an diesen Tagen kein Unterricht möglich wäre. Also machten wir uns auf die Suche nach wetterunabhängigen, außerschulischen Lernorten. Ideen gab es viele, von Museen bis Minigolfen, allerdings war das meiste nicht ab 8 Uhr morgens verfügbar und/oder kostete sehr viel Geld und war nicht unbedingt ein „Lernort“. Aber schließlich haben wir für die ersten drei angekündigten Baulärmtage gute Alternativen gefunden:
Tübinger Rathaus
Am anvisierten ersten Baulärmtag nutzten wir das Tübinger „chocolART“-Festival und besuchten die begleitende Ausstellung im Rathaus. Leider war diese sehr überschaubar und schnell gesehen, sodass wir bald im 1. Stock in der Ahnengalerie der Tübinger OBs gelandet sind, die gespickt war mit lustigen Memes. Warum aber hingen einige Bilder so derart schief? Erstaunlich schnell kam ein (nicht ortsansässiger) Schüler auf die Lösung: Alle OBs mit zweifelhafter NS-Vergangenheit hängen schief, bei Herrn Scheef war sogar das NS-Parteiabzeichen am Revers übermalt worden, wie uns die interaktive Tafel informierte.
Als ungeplanter Höhepunkt hat uns die Assistentin von Oberbürgermeister Palmer, Frau Ritscher, eine kleine spontane Führung durch den Öhrn gegeben, der sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Sie wusste viel zu erzählen über die Inhalte und Art der Wandbemalung und zeigte uns auch das Trauzimmer, das mit seinen gemalten Vorhängen an die Gerichtspraxis des Mittelalters erinnern sollte, wo die Gerichtsverhandlungen nur durch einen Vorhang abgetrennt öffentlich auf dem Marktplatz stattfanden. Schließlich zeigte Frau Ritscher uns noch das Goldene Buch der Stadt und gab einige Anekdoten rund um die Eintragungen zum Besten.
Als die Zeit zum Aufbruch war, sagte eine Schülerin: „Es ist wie immer bei Schulausflügen: Zuerst denkt man, es wird doof und langweilig und dann will man gar nicht mehr weggehen!“ Nun ja, der Rückweg wurde immerhin versüßt mit dem Rundgang über den noch leeren Schokomarkt, wo uns an vielen Ständen eine Kostprobe angeboten wurde.





