Nachruf Peter Kurz

Herr Peter Kurz verstarb am 27.Januar 2019.

Herr Kurz war Sonderschulrektor und von 1974 – 2000 der erste Schulleiter der Klinikschule Tübingen – heute “Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum am Universitätsklinikum Tübingen–.“In den ersten Jahren seiner Tätig- keit entwickelte er mit seinem kleinen, engagierten Kollegium die Empfehlungen für die Rahmen-richtlinien der seinerzeit neuen Sonderschulform in Baden-Württemberg. Die Klinikschule war damals zuständig für die Patienten der Kinderchirurgie, der Kinderorthopädie, der Kinderklinik, der Kinder- und Jugendpsychiatrie so- wie der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik.

Herr Kurz war ein sehr gewissenhafter Schulleiter und sehr darauf bedacht, dieser kleinen Einheit “Schule“ einen eigenen Stellenwert in dem großen Betrieb des Klinikums zu verschaffen; dabei war es nicht immer einfach, den Medizinern den Nutzen schulischen Lernens für die gesundheitliche Genesung ihrer Patienten zu vermitteln. Auch die Balance zwischen Bildungs- und Erziehungsauftrag einer staatlichen Schule und den Diensten in einer öffentlichen Institution bedurfte stets durchdachter Argumentation.  

Herr Kurz unterrichtete in den Anfangsjahren seiner Tätigkeit an der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Als sich dort in den 80er Jahren die Verweildauer der Patienten deutlich verlängerte, musste auch der Fächerkanon des Unterrichts in der Klinikschule ausgeweitet und den Anforderungen der „Stammschulen“ der Patienten angepasst werden. Dafür bemühte sich Herr Kurz mit Erfolg um die Einstellung von Gymnasiallehrkräften. Er selbst unterrichtete später die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik. Da sich dort auch viele Auszubildende in längerer stationärer Behandlung befanden, war es ihm hier ebenso ein großes Anliegen, adäquate unterrichtliche Angebote vermitteln zu können. Es gelang ihm hierfür Fachlehrkräfte der beruflichen Schulen im Kreis für stundenweise fachspezifische Mitarbeit zu gewinnen.      

In den 80er Jahren erweiterte sich der Zuständigkeitsbereich der Klinikschule auch auf die Kinder des Therapeutischen Heims des Vereins für Psychoanalytische Sozialarbeit in Rottenburg sowie auf schulpflichtige Patienten am Kreiskrankenhaus Reutlingen.

Stets legte Herr Kurz großen Wert darauf, dass unterrichtliches Arbeiten von den Patienten auch tatsächlich als „Schulunterricht“ und nicht als Nachhilfe am Krankenbett verstanden wurde. In diesem Zusammenhang war ihm auch die Kooperation mit den Schulen im engeren Einzugsbereich der Klinik ein wichtiges Anliegen.

Die Folgen eines schweren Unfalls bedingten es, dass er sein schulisches Wirken nicht bis zu seiner Pensionierung fortsetzen konnte und dies seinem Nachfolger überließ.

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